Zodiak
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Musiktheoretische Grundfragen zur Rollenspielmusik

Mon, 02. Jun. 2008 10:45

Hi,

ich habe den Thread verschoben, und dabei ist mir dank begrenzter administrativer Fähigkeiten leider ein Beitrag verloren gegangen, nämlich dieser:
Farean wrote:Hallo und Willkommen an Board, Zodiak!
Zodiak wrote:Die Idee, spezielle Stimmungsmusik für das Rollenspiel zu machen, halte ich für sehr interessant, die Grundlagen sehe ich ambivalent.
Was für "Grundlagen" meinst du?

Grüße,

Markus aka Farean
Ab hier geht es normal weiter mit dem Text von Zodiak.

Viele Grüße,
Per

_______________________________________________________



Mit Grundlagen meine ich z.B. den Ansatz, bestimmte Stimmungsansätze bzw. Szenen als Grundlage für die Konzeption eines Stückes zu nehmen.
Ambivalent in der Hinsicht, dass die Idee, quasi eine Audiothek für jeweils passende Stücke (Kampf,etc.) zu produzieren, naheliegend und vom Konzept her auch durchdacht, gleichzeitig aber auch gewisse Probleme und Gefahren auftreten. z.B. das Timing; bestimmt Musik nun den Ablauf und Dauer der Szene oder werden die Stücke entsprechend der Handlungsdauer kurz angespielt oder bei längerer Dauer wiederholt (Ich erinnere mich vor Jahren an unseren Spielleiter; "Jetzt beeilt euch, das Stück ist gleich um!"), ebenso untersuchenswert ist, wieweit der teleologische Ansatz in der Praxis funktioniert (Goethe: Man bemerkt die Absicht und ist verstimmt). Des weiteren die Möglichkeit Übertragung des Soundtrack-Konzeptes vom Film (passiv) auf das Rollenspiel (aktiv). Da es sich ja um einen neuen Ansatz handelt (deswegen hatte ich ja eine neue Klassifizierung für die Musikart vorgeschlagen), sind da sicherlich noch eine Menge Beobachtungen möglich.

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Ralf
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Mon, 02. Jun. 2008 13:17

Zu Bachs Zeiten hatte Musik eine ganz klare Funktion. Stimmung machen bei Krönungen und Messen in der Kirche. Verherlichung von Gott, Kirche und Krone.
Dann Kamrn die Wiener Klassiker und die Romantiker. Sie machten absolute Musik. Hier sollte sich musik frei gestalleten können. Mit glaub ich Smetana wurde wieder die sowas wie ich nenns mal Konzeptmusik eingefürt.
Daraus entwickelte sich später die Film musik in der Musik zur verhherlichung :D des Films dient. Also wieder eine Klare Funktion hat und nicht frei ist.

Und jetzt kommt was noch viel besseres RPG Musik II)
Hier steht jetzt nicht mehr die passgenaue Melodie oder die auf den punkt stimmende Rythmik oder Dramatik im Mittelpunkt. Hier gehts um die Athosphäre. Um die kunst Menschen mit Musik in eine andere Welt zu versetzten.
In einer Welt voll stress und Hetze sicherlich das wohltunste was man den Menschen antuen kann. Ohne RPG und Film hätte Klassische Musik heue wohl kaum eine chance.

Zodiak
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Wed, 04. Jun. 2008 17:10

Ralf wrote: Hier steht jetzt nicht mehr die passgenaue Melodie oder die auf den punkt stimmende Rythmik oder Dramatik im Mittelpunkt. Hier gehts um die Athosphäre. Um die kunst Menschen mit Musik in eine andere Welt zu versetzten. In einer Welt voll stress und Hetze sicherlich das wohltunste was man den Menschen antuen kann.
Soweit habe ich keine Einwände. (Bis darauf, das "Musik Menschen in andere Welten versetzt" eine Qualität der Musik ist, die schon lange vor dem RPG existierte.) Das mit der Zweckbestimmung meinte ich auch anders, aber das will ich jetzt nicht im Willkommensforum diskutieren.
Dem letzten Satz kann ich dagegen vorbehaltslos zustimmen.
Ralf wrote: Ohne RPG und Film hätte Klassische Musik heute wohl kaum eine chance.
Hier allerdings ganz deutliche. Obwohl ich mich nicht unbedingt zu den Klassikfans zähle (obwohl ich da auch einiges mag), existiert die Szene der Klassikfans recht unberührt von Film, und die meisten werden nicht einmal wissen, was RPG ist. (Deswegen sollte man es ihnen ruhig erklären, viele Klassik-Fans sind sehr aufgeschlossen.)
Und im Film spielt klassische Musik eher eine unbedeutend Rolle, oft sogar nur als Staffage als übelstes Klischee. (Sehr lobenswerte Ausnahme ist natürlich 2001, wo auch einmal große Klassiker wie Ligeti auftauchen, die sonst vom Kino-Mainstream ignoriert werden. Und Allegro Non Tropo bietet da auch einen originellen Umgang)
Klassische Musik hat immer eine Chance, da sie schon viele andere kurzlebige Trends überlebt hat und überleben wird. Selbstverständlich kann man sie auch im RPG einsetzen (was ich auch schon getan habe).

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craze
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Wed, 04. Jun. 2008 20:59

Ich glaube, Ralf meinte klassische Musik im Sinne von "Musik im orchestralen Stil", nicht im Sinne von "altgediente Werke von toten Komponisten". ;)

Und Movie Scores (die orchestralen) führen mitnichten ein Schattendasein. Ohne die szenebegleitende Musik wäre kein Film denkbar. Musik hat Filme letztendlich ja schon vor dem eigentlichen Tonfilm begleitet. ^^
Ich stimme aber zu, das RPG praktisch nichts zu Musik in irgendeiner Form beigetragen hat, es sei denn, man möchte Computerspiele mitrechnen. Da sehe ich die Verwandtschaft zum Film allerdings stärker.

Der Bogen kommt ja in diesem Fall vom Kino über den PC an den Spieltisch. Ohne *Computerspiele* würden wir wahrscheinlich immer noch nicht auf die Idee kommen, im Rollenspiel Musik zu verwenden.

Anyway, willkommen an Bord, Zodiak.
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Zodiak
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Wed, 04. Jun. 2008 22:23

craze wrote:Ich glaube, Ralf meinte klassische Musik im Sinne von "Musik im orchestralen Stil", nicht im Sinne von "altgediente Werke von toten Komponisten". ;)
Möglich, das hier jemand etwas verwechselt hat. Allerdings sind nicht alle klassische Komponisten tot (Ich meine, wenigstens Pierre Boulez lebt noch, obwohl ich es nicht beschwören will), außerdem ist Klassik nicht nur altgedient, sondern beinhaltet auch moderne Strömungen (teilweise sogar elektronische Kompositionen), gegen die einige der aktuellen postmodernen Musiker sehr konservativ wirken.
Was "orchestraler Stil" betrifft, ist das eine sehr weite Definierung, die sich sowohl auf heitere Tanzmusik von James Last, Orchester-Varianten von Popmusik (80er Jahre), und am PC erstellte Tracking-Produkte und völlig andere Sachen beziehen lässt.
craze wrote:Und Movie Scores (die orchestralen) führen mitnichten ein Schattendasein. Ohne die szenebegleitende Musik wäre kein Film denkbar. Musik hat Filme letztendlich ja schon vor dem eigentlichen Tonfilm begleitet. ^^
Stimmt, aber die war zu ihrer Zeit meist nicht orchestrial. Neben Versuchen der bekannten automatischen Funktionen denke man an die Kinorgel oder andere Soloinstrumente (mein Großvater hat da noch Klavier oder Harmonium gespielt).[/quote]
craze wrote: Der Bogen kommt ja in diesem Fall vom Kino über den PC an den Spieltisch. Ohne *Computerspiele* würden wir wahrscheinlich immer noch nicht auf die Idee kommen, im Rollenspiel Musik zu verwenden.
Computerspiel-Hintergrundmusik ist kein Produkt der PC-Ära. Wenn man an Hubbard & co denkt, gab es schon eine sehr (und heute noch lebendigere Szene, wenn man an die C64er Musikfestivals aktueller Zeit denkt) Musikszene auf dem Computer, als PC (oder vielmehr was wir heute darunter verstehen) noch keine Soundkarten und monochrome Herkules-Graphik hatten.
Über die Arcade-Tradition kann man das übrigens nicht nur in Prä-PC, sondern bis in die Zeit vor den Heimcomputern (und damit meine ich Geräte vor dem ZX 81) zurückverfolgen.
Was die Idee betrifft, Musik im Rollenspiel zu verwenden, ist der Ursprung keineswegs im Computerspiel zu sehen (was ich als mittelalter Rollenspieler aus eigener Erfahrung bestätigen kann).

Unabhängig davon, heiße ich dich (falls du nicht schon länger hier bist), auch im Forum willkommen.

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Ralf
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Thu, 05. Jun. 2008 14:54

Um das nochwas besser zu differenzieren.
Film Musik hält meiner meinung nach eine menge großartiker Künstelr am leben die ansonsten arbeitslos wären. Es gibt also allespätestens seit Howard Shores Herr der Ringe in der richtung einen echten trend. Der fült ganze Stadien nur mit seiner Musik. Ich glaube schon das da Orchstrale musik (gute nich James Last :lol: ) hier einen echten auftrieb bekommen hat. Ansonsten mag Klassik ja gerne auch ein schattendarsein gefristet haben aber es war halt nix mehr für die Massen.

RPG-Musik ist ja noch gar nicht ganz entstanden.
Es hat noch keinen echten Boom ausgelöst. die Scores von PC-Spielen und die guten Sachen von Erdenstern stehen (..noch) nicht in den Charts.
Aber ich glaube das es da dennoch ganz spezielle stielbildene eigenschaften der Musik gibt, die sich auch unterscheiden von Film und Klassik.

Bspw die wichtigkeit von Melodien. Während in Klassik und Filmmusik die Melodie wichtig und sogar Stielbildend sind muss das bei RPG Musik nicht sein. Also Bspw Sonatendreisatzform Liedform Rodo usw die Form wird dadurch geprägt wie sich die Melodie verhält. Das war ja nich immer so in der Geschichte der Musik. Es gab zeiten da galt es als schick das sich eine Melodie niemals wiederholen durfte. Ich glaube die überegoße wichtigkeit von Melodieführung kann in der RPG Musik wieder zurückgedrängt werden. Kann muss natürlich nicht. Aber wenn man eh nicht weiss an welche stelle welcher teil der musik zum einsatzt kommen wird, dann werden solche elemente, wie Themen die sich entgegen stehen, wie in der Sinfonie, auch weniger wichtig. Dafür ist die Atmosphäre das entscheidender. Wie gesagt ist alles noch im fluss.

Zodiak
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Thu, 05. Jun. 2008 17:49

Ralf wrote: Film Musik hält meiner meinung nach eine menge großartiker Künstelr am leben die ansonsten arbeitslos wären.
Viele gute Musiker haben Film-Musik gemacht, einige haben sich später sogar darauf spezialisiert. Gegen Filmmusik ist da garnichts einzuwenden.
Ralf wrote: Ich glaube schon das da Orchstrale musik (gute nich James Last :lol: ) hier einen echten auftrieb bekommen hat.
Wenn ich unter "orchestrale Musik" jetzt "Musik von einem Orchester" verstehe, beschreibt das keinen bestimmten Musikstil, nur seine Erzeugung. Daraus ist kein Qualitätsurteil abzuleiten. Das Beispiel "James Last" ist auch nicht als Diskreditierung gedacht, sondern zeigt nur, das sich quasi alles dahinter verbergen mag; sowohl Marschmusik, als auch Jazz im Chicago-Stil (hier ist eben nur die Instrumentierung des Orchesters anders), Opernmusik, etc.
Wennn ich auch James Last persönlich nicht mag, spielt er allerdings eine Musik, die eine sehr große Zuhörerschaft erreicht und zumindest genau das erfüllt, was er und seine Fans sich als Anspruch gesetzt haben.[/quote]
Ralf wrote:Ansonsten mag Klassik ja gerne auch ein schattendarsein gefristet haben aber es war halt nix mehr für die Massen.
Wobei die Masse der Zuhörer natürlich kein Qualitätssiegel ist, schließlich erreichten die besten Rockgruppen (insbesonders die guten deutschen Gruppen) immer nur eine Minderheit des Publikums. Die Masse hört(e) überwiegend Schlager und Volks(tümliche) Musik
Das mit dem Schattendasein der Klassik ist jedoch falsch, wenn man sich die Verbreitung spezieller Klassiksender und vor allem die Verkaufszahlen von Klassik-Tonträgern ansieht. Sicherlich kann man aber zwischen Klassik-Mainstream (da ordne ich jetzt mal Mozart und Brahms ein, wobei sich da bestimmt einige Hörer empören mögen) und Außenseitern (speziell die moderne Klassik wie z.B. Bartok oder Ligeti) differenzieren. Ein passionierter Klassik-Hörer kann da bestimmt mehr darüber sagen als ich, aber ein Schattendasein hat Klassik nie geführt.
Ralf wrote: RPG-Musik ist ja noch gar nicht ganz entstanden.
Es hat noch keinen echten Boom ausgelöst.
Da die meisten Menschen keine Ahnung von RPG haben oder es leider oft mit völlig anderen Sachen verwechseln, erwarte ich auch nicht, das "RPG-Musik" je ihre spezielle Nische verläßt; ich bin auch nicht sicher, ob ein solcher Boom wünschenswert ist bzw. der Entwicklung einer solchen Musik einen Gefallen tun würde.
Wenn allerdings soetwas wie "RPG-Musik" entsteht, bin ich sehr daran interessiert, nach welchen Kriterien sie als solche definiert wird, wie sie sich entwickelt, welche Prinzipien zur Anwendung kommen, was man genau unter "Atmosphäre" zu verstehen hat, mit welchen Mitteln eine solche erzeugt wird, welche Kriterien man entwickeln kann um festzustellen, ob denn die angewandten Mittel die beabsichtige Wirkung erzeugen, ob diese Wirkung und ihre Bewirkung signifikante Unterschiede zu bereits existierenden Musikrichtungen bzw. Stilen aufweisen, etc.
Alles hochinteressante Fragen, die letzlich nur zu der Entwicklung von "RPG-Musik" beitragen können.

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Ralf
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Thu, 05. Jun. 2008 21:18

Na ja ein Kriterium hab ich ja genannt. Die bedeutung von Melodie und Form.
Da gibts natürlich noch viel mehr. Bspw. die bedeutung die geräusche und klänge haben.
Dann würde ich behaupten das chor musik durch den Fantasy Film bereich wiederbelebt wurde.

Übrigens was schattendasein angeht bleiben wir zwei wohl unterschidlicher meinung. Mann muss ja nicht überall übereinstimmen :wink: Will das aber nicht vertiefen weil eh nicht so wichtig für mich.

Im übrigen glaub ich das mit James Last ist ein wenig wichtigtuerei oder ? Sei erlich Du weisst genau was ich mit Orchestraler Musik meine. Alles was vom Sound nach Filmmusik und nach Fantasy klingt. Hör dir Radio Rivendell an. dann verstehst du sofort woru es geht. Jamest Last und co sind in unserem kontext nur nebenkriegsschauplätze und eigentlich nicht wert hier überhaupt erwähnt zu werden. KOTZ

Jetzt nochmalm zur Qualität und Quatität.

Wir müssen natürlich beides seperat diskutieren.
Beim Thema schattendasein gehts um Quantität.
wie gesagt abgehagt.

Beim Thema Qualität gibts wie bereits gesagt objektive und subjektive kriterien. es lohnt sich nur die objektiven zu diskutieren. da sehe ich die vielseitigkeit. die instrumentierung und die komposition. ach ja sicherlich auch die produktion. hier liefert erdenstern bspw höste qualität ab.
Noten kenn ich leider von Erdenstern nicht. Meine eigenen Sachen sind voll von Modulationen und Neapolitanischen Septakkorden usw. Und das schöneist man kann den leiten anspruchsvolle kompositionen vorsetzte und es stört sie nicht :-)

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Thu, 05. Jun. 2008 22:53

Ralf wrote:"Bspw die wichtigkeit von Melodien. Während in Klassik und Filmmusik die Melodie wichtig und sogar Stielbildend sind muss das bei RPG Musik nicht sein."
Hierzu würde ich mal die atonale Musik vergleichen, die auch zur Klassik gehört. Da gibt es keine Melodie.
Ralf wrote:"Bspw. die bedeutung die geräusche und klänge haben. "
Dazu: Stockhausen, John Cage, Musique Concrete, Russische Avantgarde.

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Ralf
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Sat, 07. Jun. 2008 11:25

Zodiak wrote:
Ralf wrote:"Bspw die wichtigkeit von Melodien. Während in Klassik und Filmmusik die Melodie wichtig und sogar Stielbildend sind muss das bei RPG Musik nicht sein."
Hierzu würde ich mal die atonale Musik vergleichen, die auch zur Klassik gehört. Da gibt es keine Melodie.
Ralf wrote:"Bspw. die bedeutung die geräusche und klänge haben. "
Dazu: Stockhausen, John Cage, Musique Concrete, Russische Avantgarde.
Vergleich das lieber nicht :lol:
Also ich hab ja nicht gesagt keine Melodie. Die Melodie hat eine anndere bedeutung und ich halte das für typisch für Rollenpsiel musik.

Ich glaub es ist besser das ganz konkret zu besprechen. Hier also ein Beispiel:
http://www.orkpack.de/Downloads.htm
Auf der Seite findust du ein Stück das heist Reise (Schwebeversion....) Danaben findest Du ein Link zu einem Forum wie das Stück entstanden ist.

Das stück hat die funktion bei einem Rollenspiel als hintergrundmusik zu einer Reisebeschreibung Atmosphäre zu schaffen.
Keine Dramatische reise.

Zur Orchestrierung. Hier wird ein Klassiches Orchester verwandt. Also 1.Violine, 2.Violine, Bratschen, Violoncelli, Kontrabässe, Oboe (Mehr Holzbläser hab ich nicht gebraucht), Tuba, Hörner, Schlagwerk und natürlich n bisschen Chor. Verschidenen Vögel :D

Typisch geräusche das du direkt weisst wo du dic befindest (draussen :lol: )

Die Melodie wiederholt sich nicht, weil bei einer reise du ja auch immer was anderes siehst. (OK Am schluss gibts ne kleine wiederholung weil ich faul war) Das Stück hat eigentlich keine echte Grundtonart. sie Moduliertn immer weiter vor sich hin. Hat somit eigentlich auch keine Form. Die Form würde ja normal von der Melodie bestimmt. Die Form wird dadurch bestimmt in welcher reienfolge sich die Melodien (Motive) Wiederholen.

Also Typisch an diesem stück ist das die Musik insgesamt nichtaufdringlich ist damit der Spielleiter gut darüber hinweg reden kann.
Typisch ist der einsatz von Geräuschen.
Typisch sind die Instrumente.
Typisch das es keine klassiche Form gibts.
Typisch das der Komonist das macht was die Rollenspier brauchen und sich selbst dabei etwas zurück nimmt.

Alles zusammen sind elemente von RPG Musik.
Natürlich trifft nicht immer alles zu.
Das ist aber bei keinem Stil so.

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Sat, 07. Jun. 2008 12:07

Bevor wir uns jetzt endlos im Kreise drehen;

Ich denke, was du hier vermitteln möchtest, ist kein spezifisches Merkmal einer "RPG-Musik", sondern ein generelles Phänomen der aktuellen Musikentwicklung, die auf die Verwendung bestimmter Software zurückzuführen ist. (Digitalisierte "klassische" Instrumente und Tracking-Verfahren. Dazu fand ich die angehängte Diskussion zu dem Problembereich "Dynamik kontra Compressor" recht aufschlußreich.)
Zum Vergleich solltest du dir einfach mal "Parable of the Arable Land" von Red Krayola und Ashra Temple "Same" ein paar mal aufmerksam durchhören, was Umgang mit Melodie, Improvisation und Einbindung von Geräuschen betrifft, da diese nach einem völlig anderen Verfahren unter anderen Voraussetzungen geschaffen wurden. Beide Werke sind sehr gut zum Einsatz im Rollenspiel geeignet, allerdings definitiv nicht als "RPG-Musik" zu klassifizieren.

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Ralf
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Sun, 08. Jun. 2008 14:26

Ich glaube so wie du das defenierst gibts gar keine stile. Funk, Rock, Jazz usw. könnte man mit deiner Argumentation auch so auseinander nehmen das man zum schuss kommt ist eh alles musik. Und mit genau der selben software und mit genau denselben klängen macht der eine Rock und der ander halt funk. Hab versucht klar zu machen was ich genau unter RPG Musik verstehe. Wenn Du dann immer iweder mit einzel beispielen kommsz die auch so klingen sich aber anders definieren dann bewist das halt nicht viel. das gibts in jedem anderen genre auch.

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Mon, 09. Jun. 2008 16:37

Rockmusik (die diversen Unterarten, Nischungen, etc) wurde nicht mit Software gemacht, Funk ebensowenig.
Vielleicht könnte man, neben diversen Stilen, grob zwischen Software bzw. Tracking-erstellter Musik und anderen Verfahren unterscheiden, da diese Vorgehensweise doch starke Auswirkungen auf das Endergebnis hat. (Achtung, hier ist noch keine Wertung versteckt, lediglich eine Unterscheidung.) Wobei die heutige Popmusik u.ä. letztlich auch auch mit Musiksoftware aus digitallisierten Aufzeichnungen und "gesampleten" Klängen montiert wird.

Und damit das jetzt alles nicht zu negativ herüberkommt, mal ein paar interessante Diskussionspunkte, die ich aus deinem vorherigen Post entnehme:
Ralf wrote: Also Typisch an diesem stück ist das die Musik insgesamt nichtaufdringlich ist damit der Spielleiter gut darüber hinweg reden kann.
Wäre hier auch Barmusik oder Muzak geeignet? (Nochmal, letzteres ist kein Schimpfwort, sondern eine Kategorie)
Ralf wrote:Typisch ist der einsatz von Geräuschen.
Neben der reinen Musique Concrete trifft dies z.B. auch auf Pink Floyds Soundtrack zu "More" zu: Vogelstimmen die sehr atmosphärisch die Reise über einen Fluß beschreiben.
Wo liegt hier der Unterschied in der Verwendung von realen Geräuschen?
Ralf wrote:Typisch sind die Instrumente.
Welche Instrumente sind typisch? Verwendet RPG-Musik immer digitalisierte Samples klassischer Orchester-Instrumente? Könnte man auch RPG-Musik auf dem Analog-Synthesizer, dem Harmonium oder der Mundharmonika spielen?
Ralf wrote:Typisch das es keine klassiche Form gibts.
Darf RPG-Musik etwas derartiges nicht enthalten?
Ralf wrote:Typisch das der Komonist das macht was die Rollenspier brauchen und sich selbst dabei etwas zurück nimmt.
Das ist für mich der interessanteste Punkt. Was brauchen die Rollenspieler? Wie stellt dies der Komponist fest? Ich bin selbst Rollenspieler und setze seit 16 Jahren oder mehr Musik bei meinen Runden ein. Welche Musik brauche ich ?
(Eine Ausnahmesituation besteht natürlich, wenn Musik nach Kundenauftrag für ein bestimmtes Produkt gemacht wird, und vorher genaue Gespräche geführt werden, wie das auch bei Filmsoundtracks der Fall ist)

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Ralf
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Fri, 13. Jun. 2008 9:36

Zodiak wrote:Rockmusik (die diversen Unterarten, Nischungen, etc) wurde nicht mit Software gemacht, Funk ebensowenig.
Vielleicht könnte man, neben diversen Stilen, grob zwischen Software bzw. Tracking-erstellter Musik und anderen Verfahren unterscheiden, da diese Vorgehensweise doch starke Auswirkungen auf das Endergebnis hat. (Achtung, hier ist noch keine Wertung versteckt, lediglich eine Unterscheidung.) Wobei die heutige Popmusik u.ä. letztlich auch auch mit Musiksoftware aus digitallisierten Aufzeichnungen und "gesampleten" Klängen montiert wird.
Da würd ich stark wiedersprechen. Als Musiker strebst du ein bestimmtes Ergebniss an und Du versuchst es so gut wie möglich mit dem was Du hast zu erreichen. Mach ich Funk musik dann soll es so autentisch wie möglich klingen. Deshalb nehm ich Bspw Drum Loops weil sie meistens mehr groven als bspw slebst gebastelte Drumtraks. Muss aber nicht sein wenn einer sich sehr viel mühe gibt und die finger weg von der Normalisierungs Funktion nimmt dann krigt er es auch selbst hinn.
Also uns kurz zu sagen glaub ich das musik auf dem pc zu machen heute nicht mehr so sehr einschränkt wie fruher. Früher hörte man das sofort. Jatzt glaub ich kann mann wenn man sich die mühe macht schon sehr flexiebel musik machen.
Ein paar wenige einschränkungen gibts natürlich. Aber sie ändern nicht den Stil den du machen willst.
Dieselben einschränkungen hast Du natürlich auch in einer Band. Hast du keinen guten Egitarristen fallen die Gitarrensolis halt aus :)

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Ralf
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Fri, 13. Jun. 2008 9:46

Zodiak wrote:
Wäre hier auch Barmusik oder Muzak geeignet? (Nochmal, letzteres ist kein Schimpfwort, sondern eine Kategorie)
Murzak kenn ich leider nicht. Aber Barmusik zum beispiel ist nur dann geeignet wenn du in den Rollenspiel genau die Bar-Atmosphäre erzeugen willst. Also in einem Rollenspiel das in den 20ern spielt Bspw.
Jetzt kommts aber ..... ist die Barmusik für ein Rollenspeil konzipiert worden? Oder passt sie nur zufällig? Und warum passt sie?

Zurück zu meinem Beispiel. Wenns um einer Reise geht passt sie besser oder schlechter wie mein Stück? Und warum?

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